Ist Meditation schädlich?


von Klaus

Im März erschien ein Film in der ARD mit dem Titel: Krank durch Meditation? Die unbekannten Gefahren der Achtsamkeit! Ihr wisst ja, dass ich seit nun 34 Jahren meditiere und aus eigener Erfahrung die positiven Eigenschaften der Meditation vertrete. Da dachte ich mir, was ist das denn nun wieder für ein Mist. Aufmerksam bin ich über andere Artikel im Netz geworden, die auch ähnlich Überschriften hatten.

Panikattacken und Psychosen: Fachleute über die negativen Folgen von Meditation ……Toxic Mindfulness: Psychologe warnt vor den Gefahren des Achtsamkeitshypes…..Meditation: Die negativen Seiten der Achtsamkeit….

Also habe ich mir den Film angeschaut und… ich stimme mit den Machern überein. (Hier der Link zum Film) Der Tenor des Films ist es, dass intensive Meditation vor allem bei instabilen Menschen zu Problemen führen kann. Das zweite Grundtenor ist, dass es eine kompetente und vor allem auf psychische Probleme geschulte Begleitung braucht, die dann entsprechend eingreift, bzw. abbricht. (Wie zum Beispiel ich) Dies ist natürlich bei einer App nicht der Fall und bei Lehrern, die die Verantwortung den Schülern alleine geben oder deren religiöser Glaube an die omnipotente Macht ihrer Methode blind für Probleme macht.

Das sind Probleme in der Szene, die angegangen werden müssen. Da finde ich den Film auch fair und gut ausbalanciert. Aber only bad news are good news…es muss auf alle Fälle eine reißerische und gefährlich klingende Überschrift sein, die dann auch von vielen (nicht von allen) Medien überenommen wird. Was im Gedächtnis bleibt, ist, dass Meditation schädlich ist und zu psychischen Problemen führt. Und das finde ich schade. Denn das trifft nur dann zu, wenn man Meditation intensiv betreibt und schlechte Begleitung hat. Ich setze auch meditative Elemente bei Klienten ein, aber die beschränken sich meist auf 10-15 min täglich und da ist man weit von intensiver Meditation entfernt.

Bei intensiver Meditation und Retreats geht man an seine Grenzen. Man setzt sich ganz bewußt unter psychischen Stress, um seinen Geist von den Fesseln des Denkens zu befreien. Wir sprechen hier von 4-9 h (ganz extrem 14h) täglich über mehrere Tage, nur damit man mal eine Zahl hat. Natürlich ergeben sich daraus auch Gefahren, die in der buddhistischen Literatur auch beschrieben sind. Aber wie gesagt, dies tritt nur ein, wenn man wirklich intensiv übt und hier sollte man differenzieren.

Es führt keine Weg daran vorbei…beobachtet euch und schult eure psychische Urteilskraft, um zu unterscheiden, was für euch zuträglich ist und was nicht. Wenn ihr das macht, dann merkt ihr normalerweise, ob euch Meditation gut tut oder in welchem Ausmaß.

In diesem Sinne…achtet auf euch.

Euer Klaus

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